Was ist das Startintervall
Startintervall ist der geplante zeitliche Abstand zwischen den Starts zweier aufeinanderfolgender Rennläufer oder Vorläufer. Es wird vom Start eines Skifahrers bis zum Start des nächsten berechnet, nicht von dessen Zieleinlauf.
Das Intervall ermöglicht es den Organisatoren, die Bewegung der Rennläufer auf der Strecke zu steuern. Es muss ausreichend Platz für eine sichere Fahrt, die Zeitmessung, die Arbeit der Streckenposten und eine mögliche Präparierung der Strecke lassen. Seine Länge wird von der Disziplin, der Länge und Übersichtlichkeit der Strecke, dem Wetter, der Sicht, dem Schneezustand, den Möglichkeiten der Zeitmessung und dem Niveau des Rennens beeinflusst.
Regelmäßiges und unregelmäßiges Intervall
FIS regelt die Startintervalle in Artikel 622 der internationalen Regeln des alpinen Skilaufs. Unterschieden werden vor allem regelmäßige und unregelmäßige Intervalle.
Bei regelmäßigem, also festem Intervall wird der nächste Rennläufer in der Regel nach einer vorgegebenen Anzahl von Sekunden auf die Strecke geschickt. Diese Form wird vor allem in der Abfahrt, im Super-G und im Riesenslalom verwendet. Die allgemeine Regel arbeitet mit einem 60-Sekunden-Intervall, die Jury kann jedoch je nach Bedingungen einen anderen Wert festlegen. Bei einer Verkürzung darf das Intervall in der Abfahrt und im Super-G nicht kürzer als 40 Sekunden und im Riesenslalom nicht kürzer als 30 Sekunden sein. Besondere Regeln des jeweiligen Wettkampfs können die Startorganisation weiter anpassen.
Bei unregelmäßigem oder variablem Intervall erhält nicht jeder Rennläufer seinen Start genau nach derselben Zeit. Den nächsten Start gibt der Starter auf Anweisung der Zeitmessung und der Rennorganisation frei. Ein typisches Beispiel ist der Slalom, in dem sich gleichzeitig mehrere Skifahrer auf der Strecke befinden können, sofern sie einander weder gefährden noch behindern.
Ein eigenständiges organisatorisches Verfahren ist das Warten, bis der vorherige Rennläufer das Ziel passiert hat. Manchmal wird dies als Zielintervall (finish interval) bezeichnet. Es ist keine automatische Vorgabe bei jeder Disziplin.

Das Intervall ist kein Startfenster
Das Startintervall wird oft mit dem Startsignal verwechselt. Es handelt sich jedoch um zwei unterschiedliche Dinge:
- das Startintervall legt den Abstand zwischen zwei Rennläufern fest,
- das Startsignal und das Startfenster bestimmen, wann ein bestimmter Läufer den Start verlassen darf oder muss.
Ein Skifahrer soll seinen Start daher nicht nach der Bewegung des vorherigen Teilnehmers abschätzen. Er richtet sich nach den Anweisungen des Starters und dem offiziellen Signal. Wird der Start angehalten, gilt der ursprüngliche Intervallehythmus nicht mehr, und der Läufer wartet auf eine neue Anweisung.
Bedeutung bei Kinderwettkämpfen
Bei Kinderwettkämpfen gilt derselbe Grundsatz: Das nächste Kind darf erst nach der Freigabe durch den Starter losfahren. Das konkrete Intervall legt die Wettkampfleitung zusammen mit der Jury gemäß den Regeln und den Bedingungen auf der Strecke fest. Es gibt keinen einheitlichen Wert, der für jede Kinderkategorie und jeden Hang geeignet ist.
Bei jüngeren oder weniger erfahrenen Skifahrern muss man mit größeren Geschwindigkeitsunterschieden, unvorhersehbarem Anhalten oder Stürzen und einem langsameren Verlassen der Strecke rechnen. Ein geplanter Zeitplan darf daher niemals Vorrang vor der Sicherheit haben. Bleibt ein Läufer an einer unübersichtlichen oder gefährlichen Stelle stehen, muss der Start unabhängig vom ursprünglich festgelegten Intervall gestoppt werden.
Im Training ist das Startintervall keine feste Wettkampfnorm. Der Trainer wählt es je nach Alter, Leistungsniveau der Gruppe, Art der Übung, Übersicht auf der Strecke und sicheren Stellen zum Anhalten. Ein kürzeres Intervall kann die Trainingsorganisation beschleunigen, erhöht aber das Risiko, dass ein langsamerer Skifahrer eingeholt wird. Bei Kindern soll der Trainer oder eine beauftragte Person jeden Start kontrollieren.
Typische Missverständnisse
- Ein kürzeres Intervall bedeutet nicht automatisch besser organisierte Wettkämpfe.
- Das Startintervall ist kein zeitlicher Abstand in den Ergebnissen.
- Ein Läufer muss nicht immer warten, bis sein Vorgänger das Ziel passiert hat.
- Der im Programm angegebene Wert kann aus Sicherheits- oder Organisationsgründen geändert werden.
- Fernsehpausen, Präparierung der Strecke und der Befehl „Startstopp“ unterbrechen den normalen Startablauf.
Sicht des Trainers
Ein junger Läufer sollte seine ungefähre Startposition kennen, aber kurz vor der Abfahrt vor allem den Starter beobachten. Aufgabe des Trainers ist es, das Kind rechtzeitig vorzubereiten, den Sitz der Ausrüstung zu kontrollieren und es zugleich nicht nur deshalb starten zu lassen, weil nach seiner eigenen Zählung das erwartete Intervall bereits abgelaufen ist. Über den Start auf die Strecke entscheidet das offizielle Startverfahren, nicht die Uhr des Läufers, der Eltern oder des Trainers.
Quellen und weiterführende Lektüre
- FIS – Rules for the Alpine FIS World Cup 2023/24
- FIS – International Competition Rules Masters Alpine Skiing, Frühjahr 2024
- U.S. Ski & Snowboard – 2026 Alpine Competition Guide
- U.S. Ski & Snowboard – Alpine Competition Officials Education Resources 2025–26
- U.S. Ski & Snowboard – Alpine Officials’ Manual: Rules, Jury and Technical Delegate
- Alpine Canada – Stufe 2 Handbuch für alpine Offizielle