Definition
Start ist der festgelegte Ort und das vorgeschriebene Verfahren, mit dem der Skiläufer eine Trainings- oder Rennfahrt beginnt. Im Skisport bezeichnet es auch die kurze Bewegungsphase von der Vorbereitung im Startbereich über den Abdruck bis zum Übergang in die Fahrt zum ersten Tor.
Im Rennen muss man drei Momente unterscheiden: Startsignal, tatsächlicher Beginn der Zeitmessung und Beschleunigung auf der Strecke. Ein sprachliches oder akustisches Signal gibt dem Rennläufer den Startbefehl, aber seine Zeit wird durch das Aktivieren der Startschranke erfasst, in der Regel durch das Wegklappen des Startstäbchens beim Passieren des Skifahrers. Die genauen technischen Anforderungen an Haupt-, Ersatz- und manuelle Zeitmessung legen die Regeln und Zeitmessvorschriften der FIS fest.
Start nach den Rennregeln
Regel: Der Rennläufer muss sich gemäß der Startliste bereit und den Anweisungen des Starters und des Startschiedsrichters folgen. Die Art der Signalgebung, das Startintervall und die Beurteilung eines verspäteten oder ungültigen Starts hängen von der Disziplin und den gültigen Regeln der Veranstaltung ab. Daher kann man eine einmal gelernte Zeittoleranz nicht als allgemeine Regel für Slalom, Riesenslalom und Speed-Disziplinen verwenden.
Zum 2. September 2026 sind die FIS-ICR-Regeln, veröffentlicht am 6. Juli 2026., die grundlegenden internationalen Vorschriften für die alpinen Disziplinen. Sie regeln den Startbereich, die Startrampe, Signale, Zeitmessung, verspäteten Start und ungültigen Start. Bei heimischen oder Kinderwettkämpfen gelten zugleich die Ausschreibungen und Regeln des jeweiligen nationalen Verbandes; Trainer oder Rennläufer dürfen diese nicht durch Gewohnheiten von einer anderen Veranstaltung ersetzen.
Der Rennläufer startet aus eigener Kraft. Der Trainer kann ihm vor der Fahrt bei der Vorbereitung helfen, darf ihn aber beim eigentlichen Start nicht körperlich anschieben. Ski, Stöcke, Helm und die übrige Ausrüstung müssen noch vor dem Einnehmen der Startposition bereit sein und bei dem Wettkampf den Regeln der jeweiligen Altersklasse und Veranstaltung entsprechen.
Bei einem Sturz, Hindernis oder einer anderen Gefahr auf der Strecke kann ein befugter Funktionär den Befehl Start Stop. Der Start wird dann sofort geschlossen und der Rennläufer wartet auf ein neues Signal. Das genaue Funk- und Organisationsverfahren legt die Jury und die Regeln der Veranstaltung fest; Rennläufer und Trainer sollen nicht einfach weitermachen, nur weil der vorherige Countdown schon erfolgt ist.
Starttechnik
Trainingspraxis: Ziel ist nicht, die größtmögliche Bewegung zu erzeugen, sondern Geschwindigkeit ohne Verlust des Gleichgewichts und ohne Verschlechterung der Anfahrt zum ersten Tor zu gewinnen. Ein wirkungsvoller Start hat in der Regel diese Teile:

1. Vorbereitung: Die Ski zeigen in die geplante Linie, der Körper ist stabil und der Läufer weiß, wo das erste Tor steht. 2. Abstoß: dynamische Beinarbeit verbindet sich mit einem gezielten Stockeinsatz. Die Bewegung soll den Skifahrer nicht zu weit nach hinten ziehen und ihn nicht im Hüftbereich knicken lassen. 3. Beschleunigung: je nach Hangneigung, Platz und Disziplin können Skatingschübe, Stockeinsatz oder ein früher Übergang ins Gleiten folgen. 4. Einfahrt in den Lauf: die Hände kehren in die Fahrposition zurück, der Blick geht nach vorn und der Skifahrer bereitet sich auf den ersten Schwung vor.
Im Slalom und Riesenslalom kann die erste Richtungsänderung sehr früh kommen. Zu viele Skatingschritte bedeuten daher nicht unbedingt einen schnelleren Start. Im Super-G und Abfahrtslauf gibt es oft mehr Raum zum Beschleunigen, entscheidend sind aber immer das konkrete Profil der Rampe und die Position des ersten Tores. Es geht um eine technische Wahl, nicht um eine feste Regel.
Start bei Kindern
Ein jüngerer Skifahrer lernt zuerst, sicher in den Startbereich zu fahren, die Ski richtig auszurichten, das Startsignal wahrzunehmen und ohne fremde Hilfe loszufahren. Erst danach ist es sinnvoll, Kraft und Schnelligkeit des Abstoßes zu steigern. Ein Kind muss den Stockeinsatz, den Skatingschritt, die Reaktion auf das Signal und das gleichzeitige Beobachten des ersten Tores noch nicht zuverlässig koordinieren; die Schwierigkeit sollte deshalb an sein motorisches Niveau angepasst werden, nicht nur an die Altersklasse.
Geeignetes Üben beginnt ohne Zeitdruck. Danach folgen Starts auf ein einfaches Signal, Starts zu einem klar markierten Ziel und erst dann wettkampfähnliche Situationen. Der Countdown darf nicht dazu dienen, Angst zu machen oder das Kind absichtlich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Beim Üben muss vor der Rampe freier Raum bleiben, und Kinder dürfen nicht in der Fahrtrichtung des abfahrenden Skifahrers stehen.
Typische Fehler
- die Ski sind bereits im Start auf eine ungeeignete Linie ausgerichtet,
- der Läufer schaut auf den Startstab statt auf das erste Tor,
- die Stöcke werden zu weit, zu eng oder unsymmetrisch eingestochen,
- nach dem Abstoß bleibt er hinten und muss das Gleichgewicht neu suchen,
- er macht mehr Skatingschritte, als der Platz zulässt,
- er reagiert auf die Bewegung einer anderen Person statt auf den offiziellen Startbefehl,
- er kommt zu spät zum Start oder richtet dort noch seine Ausrüstung zurecht,
- nach der Schließung des Starts beachtet er die Anweisung des Starters nicht.
Blick des Trainers
Der Trainer beurteilt den Start zusammen mit den ersten Toren, nicht getrennt davon. Ein schneller Abstoß ist wenig wert, wenn der Läufer unkontrolliert in den Lauf geht oder den ersten Schwung verpatzt. Bei Videoaufnahmen ist es sinnvoll, die Skirichtung, die Position des Schwerpunkts, das Timing des Stockeinsatzes und den Moment des Übergangs von der Beschleunigung zur Renntechnik zu beobachten.
Die Anweisungen sollten kurz und konkret sein, zum Beispiel Skirichtung und Blick auf das erste Tor. Wenn zugleich Abstoß, Hände, Oberkörper, Reaktion und Skating korrigiert werden, verliert das Kind oft seine eigene Startroutine. Sinn der Routine ist nicht, um jeden Preis ein Ritual zu schaffen, sondern dem Skifahrer zu helfen, ruhig, sicher und wiederholbar zu starten. Die Organisation des Starts und die Entscheidung über seine Gültigkeit liegen bei den zuständigen Wettkampf-Offiziellen, vor allem beim Starter, dem Startrichter und der Zeitnahme.
Quellen und weiterführende Lektüre
- FIS – Alpine Documents: International Competition Rules, Ausgabe 6. Juli 2026
- FIS – Timing & Data: Alpine Skiing Timing Booklet, Juni 2026
- FIS – Specifications for Alpine Competition Equipment 2026/27
- U.S. Ski & Snowboard – Alpine Competition Officials Education Resources, Saison 2026
- U.S. Ski & Snowboard – Alpine Officials
- U.S. Ski & Snowboard – Alpine Officials’ Manual, Rules, Jury & Technical Delegate: Start Stop procedures
- U.S. Ski & Snowboard – Alpine Guide: Funktion des Startrichters und Organisation der Rennen