Was ist die Startprozedur

Die Startprozedur umfasst die Abläufe vom Aufruf des Rennläufers zum Start bis zu seinem Verlassen der Startbox. Dazu gehören die Startbereitschaft des Rennläufers, die Position im Startbereich, die Kommunikation mit dem Starter, das Startsignal, die erlaubte Abfahrtszeit und das Starten der Zeitmessung.

Es geht also nicht nur um Bewegungstechnik. Die Regeln legen fest, wann und auf welche Weise der Rennläufer starten darf; die Trainingspraxis regelt, wie er diesen Moment sicher, ruhig und effektiv bewältigt.

Der grundsätzliche Startablauf

Der Rennläufer muss rechtzeitig am Start sein, mit angelegter und geschlossener Ausrüstung, und den Anweisungen des Starters und des Startrichters folgen. Vor dem Losfahren platziert er die Stöcke nach Anweisung vor die Startlinie oder an den markierten Platz.

Beim eigentlichen Start gilt nach den FIS-Regeln vor allem Folgendes:

  • der Rennläufer darf keine körperliche Hilfe erhalten;
  • der Starter darf ihn nicht festhalten oder beim Start berühren;
  • es ist nicht erlaubt, sich an den Startstangen oder an einer anderen festen Konstruktion abzustoßen;
  • zum Abstoß darf der Skifahrer seine eigenen Stöcke verwenden;
  • die gemessene Zeit beginnt mit dem Öffnen des Kontakts der Startbox beim Losfahren des Rennläufers.

Bei FIS-Rennen werden homologierte Startanlagen verwendet, die mit dem Haupt- und dem Ersatz-Zeitmesssystem verbunden sind. Der technische Einbau und die Kontrolle der Startanlage gehören den Zeitmessern und den Kampfrichtern, nicht dem Rennläufer oder Trainer.

Kommandos und Startintervall

In Abfahrt, Super-G und Riesenslalom werden feste Startintervalle verwendet. Wenn am Start eine Zeitanzeige mit automatischem Tonsignal vorhanden ist, muss der Rennläufer sie sehen. Wird ein solches System nicht verwendet, kündigt der Starter zehn Sekunden vor dem Start „10 Sekunden“ an, zählt anschließend „5, 4, 3, 2, 1“ herunter und gibt das Kommando „Go“ oder dessen sprachliches Äquivalent.

Bei festem Intervall ist der Start gültig, wenn der Rennläufer frühestens fünf Sekunden vor und spätestens fünf Sekunden nach seiner offiziellen Startzeit losfährt. Das Herunterzählen ist daher nicht nur ein Orientierungshinweis.

Der Slalom hat unregelmäßige Intervalle. Der Starter weist auf Anweisung der Zeitmessung den Rennläufer darauf hin, dass er bereit sein muss, und gibt einige Sekunden später das Startkommando. Der Rennläufer soll dann ungefähr innerhalb von zehn Sekunden starten. Er muss nicht warten, bis der vorige Läufer im Ziel ist; den Abstand regeln Starter, Zeitmessung und Kampfrichter.

Startprozedur – technische Illustration Ski Loko

Paralleldisziplinen haben eine besondere Form des gemeinsamen Starts und der Signalgebung. Maßgeblich sind die aktuellen Regeln der Disziplin und die Anweisungen der Jury.

Verspäteter und fehlerhafter Start

Ein Rennläufer, der zum festgelegten Zeitpunkt nicht bereit ist oder außerhalb des erlaubten Zeitfensters losfährt, verstößt gegen die Startregeln. Im Slalom ist auch die Nichtbeachtung des Ablaufs und der für den Slalomstart festgelegten Zeit ein Verstoß. Die Folge kann die Disqualifikation sein.

Nicht jede Verzögerung wird jedoch automatisch gleich bewertet. Tritt ein außergewöhnlicher Umstand auf, kann der Startschiedsrichter einen verspäteten oder vorgezogenen Start erlauben; anschließend entscheidet die Jury über den Fall. Rennläufer und Trainer dürfen sich nicht selbst einen Ersatzplatz in der Reihenfolge wählen. Sie müssen sich sofort nach den Anweisungen des Startschiedsrichters richten.

Start bei Kindern

Bei jungen Skifahrern haben Sicherheit und Wiederholbarkeit Vorrang vor maximaler Explosivität. Das Kind soll zuerst eine einfache Routine beherrschen: rechtzeitig kommen, kontrollieren, ob Helm und Brille sitzen, die Ski stabil aufstellen, die Stöcke richtig platzieren, auf das Kommando hören und sicher in Richtung des ersten Tores losfahren.

Anzahl und Stärke der Abstoßbewegungen werden nicht pauschal vorgeschrieben. Sie hängen vom Alter, den Körperproportionen, der Koordination, der Neigung der Startrampe, der Schneequalität und der Entfernung zum ersten Tor ab. Bei kleineren Kindern kann ein zu aggressiver Doppelschub das Gleichgewicht eher stören, als der Endzeit zu helfen.

Sicht des Trainers

Der Trainer beobachtet nicht nur die Reaktion auf das akustische Signal. Er bewertet die gesamte Verbindung vom Start bis zur Einfahrt in die Strecke: stabile Position, Timing der Abstoßbewegungen, schnelles Erreichen der Skifahrposition, Blickrichtung und die Vorbereitung auf den ersten Schwung.

Zu den typischen Fehlern zählen das Kommen in letzter Minute, Unaufmerksamkeit bei den Kommandos, das zu frühe Öffnen des Starttors, das Abstoßen an der Konstruktion, zu langes Weiterstochern mit den Stöcken und die verspätete Vorbereitung auf das erste Tor. Sinnvoller als vor jedem Lauf die Anweisungen zu ändern, ist eine kurze, immer gleiche Vorstart-Routine zu schaffen und sie zunächst ohne Wettkampfdruck zu üben.

Bei konkreten Rennen haben stets die gültigen Regeln, der Rennplan, der Startablauf und die Anweisungen der Jury Vorrang.

Quellen und weiterführende Lektüre

  1. FIS – Alpine Skiing Documents, offizielle Regeln und Dokumente
  2. FIS – Timing & Data; Alpine Skiing Timing Booklet, Version 2.67, Juni 2026
  3. FIS – Precisions and Instructions for Alpine Skiing, 21. Juli 2025
  4. U.S. Ski & Snowboard – 2026 Alpine Competition Guide
  5. U.S. Ski & Snowboard – 2026 Alpine Competition Guide, vollständiges PDF
  6. U.S. Ski & Snowboard – Alpine Competition Officials Education Resources
  7. U.S. Ski & Snowboard – offizielle Ressourcen für alpine Rennen