Was ist FIS
FIS ist die Abkürzung des Namens International Ski and Snowboard Federation, also des Internationalen Ski- und Snowboardverbands. Die Abkürzung stammt vom ursprünglichen französischen Namen Fédération Internationale de Ski und blieb auch nach der Erweiterung des offiziellen englischen Namens um Snowboarding erhalten.
FIS ist die weltweite Dachorganisation des internationalen Wettkampfski- und Snowboardsports. Sie vereint nationale Skiverbände und schafft einen gemeinsamen Rahmen für Disziplinen wie alpinen Skisport, Langlauf, Skispringen, Nordische Kombination, Freestyle, Freeski, Snowboard und Para-Disziplinen.
Was macht die FIS
Die FIS erlässt Statuten, internationale Wettkampfregeln, technische Vorschriften und Regeln für einzelne Serien. Sie führt den internationalen Kalender, Ergebnisse, Klassifikationen und Starterlisten. Über ihre Gremien und Fachkommissionen regelt sie auch die Tätigkeit von technischen Delegierten, Kampfrichtern, Organisatoren und weiteren Funktionären.
Für den alpinen Skisport ist das Grunddokument International Competition Rules – ICR. Es enthält Regeln für die Organisation von Rennen, die Strecke, Tore, Start, Zeitmessung, das Befahren der Strecke, Proteste, Sanktionen und die Aufgaben der Jury. Weitere Dokumente regeln zum Beispiel FIS-Punkte, den Weltcup, Quoten, den Kalender oder technische Anforderungen an die Ausrüstung. Die Regeln werden laufend geändert, deshalb muss immer die aktuelle Ausgabe verwendet und auch die saisonalen Präzisierungen geprüft werden.
Die FIS veranstaltet jedoch nicht direkt jedes Vereins- oder nationale Rennen. Für die heimische Wettkampfstruktur, die Anmeldung der Athleten und die Anwendung nationaler Regeln ist der zuständige nationale Verband und der Veranstalter verantwortlich.
Was bedeutet „FIS-Athlet“ und „FIS-Rennen“
FIS-Rennen sind Veranstaltungen, die in den offiziellen FIS-Kalender aufgenommen und nach den Regeln der jeweiligen Disziplin durchgeführt werden. Die bloße Bezeichnung eines Rennens als „international“ bedeutet noch nicht, dass es sich um eine FIS-Veranstaltung handelt.

Für die Teilnahme muss ein Sportler die Voraussetzungen seiner Disziplin erfüllen und über die nationale Vereinigung registriert sein. Im alpinen Skisport werden die Ergebnisse der berechtigten Rennfahrer für die Berechnung der FIS-Punkte. Diese drücken die Leistungsklassifizierung aus; ein niedrigerer Punktwert bedeutet in der Regel eine bessere Platzierung. Die genaue Berechnung, Grenzen und Verwendung der Punkte sind in gesonderten aktuellen Regeln festgelegt.
FIS und Kinderskifahren
Ein jüngeres Klubmitglied ist in der Regel kein FIS-Rennläufer. Es startet in Kinderkategorien nach den Regeln des nationalen Verbandes, eines regionalen Wettbewerbs oder einer bestimmten Rennserie. Die FIS erlässt auch Bestimmungen für internationale Kinderwettkämpfe, diese lassen sich jedoch nicht automatisch auf jedes Heimrennen übertragen.
Trainingspraxis: Ein Trainer kann ein Kind auf den späteren Übergang in Junioren- und FIS-Wettkämpfe vorbereiten, die FIS-Regeln sind jedoch keine Trainingsmethodik. Inhalt und Belastung des Trainings sollen an Alter, biologische und motorische Entwicklung, Erfahrungen und die Sicherheit des Kindes angepasst werden. Ein vorzeitiges Nachahmen des Programms eines erwachsenen FIS-Rennläufers ist keine Vorgabe des Verbandes.
Bei der Ausrüstung muss immer zwischen FIS-Vorschriften, nationalen Regeln und Herstellerempfehlungen unterschieden werden. Skiabmessungen, Protektoren, Helm oder weitere technische Bedingungen können je nach Disziplin, Altersklasse und Wettkampfniveau abweichen. Die Zulässigkeit der Ausrüstung wird daher in den aktuellen Regeln der jeweiligen Veranstaltung geprüft; die fachgerechte Einstellung der Bindung gehört in einen qualifizierten Service.
Häufiges Missverständnis: die zehn FIS-Regeln
Die sogenannten FIS-Verhaltensregeln für Skifahrer und Snowboarder sind allgemeine Sicherheitsgrundsätze für die Bewegung auf der Piste. Sie sind nicht identisch mit den Rennregeln des ICR und ersetzen weder örtliche Betriebsordnungen noch gesetzliche Vorschriften.
Blick des Trainers
Ein Trainer, der mit Rennläufern arbeitet, muss wissen, welche Bestimmungen FIS-Regeln sind, welche aus der nationalen Wettkampfordnung stammen und welche seine methodische Entscheidung darstellen. Vor dem Wettkampf prüft er vor allem die aktuellen Ausschreibungen, Alters- und Lizenzbedingungen, die zulässige Ausrüstung und Regeländerungen. Von Kindern soll er das Verständnis für sichere Bewegung, faires Verhalten und grundlegende Wettkampfdiziplin verlangen, nicht das Auswendiglernen der gesamten Wettkampfordnung.
Quellen und weiterführende Lektüre
- FIS – Statutes 2026
- FIS – Alpine Skiing Documents and International Competition Rules
- FIS – General Regulations and Code of Conduct
- FIS – Rules and Terms of Reference for FIS Committees
- FIS – Official Publications
- FIS – International Ski and Snowboard Federation, disciplines and competition information
- FIS – Athlete Health Corner and Injury Surveillance Data