Was ist die Ziellinie
Ziellinie ist die genau festgelegte Grenze am Ende der Rennstrecke. Sie befindet sich zwischen zwei Zielpfosten oder senkrechten Bannern, die mit einem waagerechten Zielbanner verbunden sein können. Auf dem Schnee muss die Linie deutlich markiert sein. Ihre Lage muss mit der elektronischen Zeitmessanlage übereinstimmen.
Ziellinie und Zielraum sind nicht dasselbe. Die Linie ist die Grenze, an der die Zeit erfasst wird. Der Zielraum umfasst auch den sicheren Auslauf dahinter, die Zeitmessanlage, Schutzzäune, den Bereich für die Kampfrichter und den vorgesehenen Ausgang.
Wie die Ziellinie gültig durchfahren wird
Nach den Regeln des alpinen Skilaufs muss der Rennläufer die Ziellinie überqueren:
- auf beiden Skiern,
- auf einem Ski oder
- mit beiden Füßen ohne Ski, wenn er im Abschnitt zwischen dem letzten Tor und der Ziellinie gestürzt ist.
Bei der dritten Möglichkeit wird die Zeit in dem Moment erfasst, in dem irgendein Körperteil den Lichtstrahl der Zeitmessung unterbricht. Diese Bestimmung ist eine Ausnahme für einen Sturz kurz vor dem Ziel, keine allgemeine Erlaubnis, die Strecke ohne Ski zu beenden.
Man muss unterscheiden zwischen dem Auslösen der Zeitmessung und dem gültigen Beenden der Fahrt. Die Lichtschranke kann zuerst von einer Hand, einem Stock oder einem anderen Körperteil unterbrochen werden, der Rennläufer muss aber gleichzeitig die Regeln für die Zielüberquerung erfüllen. Über die Regelkonformität wacht der Zielrichter oder Zielkontrolleur, der den Bereich seit dem letzten Tor, die Art der Durchfahrt und die Reihenfolge der ankommenden Rennläufer beobachtet.
Nach dem Auslauf soll der Rennläufer den Zielraum über den vorgesehenen Ausgang verlassen, und zwar mit der Ausrüstung, die er während der Fahrt verwendet hat. Er soll nicht wieder über die Ziellinie zurückkehren und auch nicht im Weg des nächsten Rennläufers stehen bleiben.

Zeitmessung und Sicherheit
Bei Rennen wird die Zielzeit mit einer automatischen Zeitmessung erfasst, die mit Lichtschranken verbunden ist. Die technischen FIS-Vorschriften sehen getrennte und abgesicherte Messsysteme vor. Die Ziel-Lichtschranken und ihre Träger müssen so angeordnet sein, dass sie der markierten Linie entsprechen, den Rennläufer nicht gefährden und seine Durchfahrt zuverlässig erfassen. Die genauen Anforderungen legt das aktuelle FIS-Handbuch für Zeitmessung und homologierte Geräte fest.
Das Ziel soll für den ankommenden Skifahrer gut sichtbar sein. Die Auslaufzone muss ausreichend breit, präpariert und so angelegt sein, dass der Läufer nach der Fahrt schrittweise abbremsen kann. Die Zieleinrichtungen werden mit geeigneten Sicherheitsmaßnahmen geschützt, und der Zutritt unbefugter Personen zum Bereich wird eingeschränkt.
Zielinie beim Kinderskifahren
Für ein Kind ist die einfachste Regel die wichtigste: Die Fahrt endet erst hinter der Ziellinie, nicht am letzten Tor. Der junge Skifahrer soll das Ziel in stabiler Haltung durchfahren, gerade in den freien Auslauf weiterfahren und erst dort bremsen, wo dafür genügend Platz ist.
Vor allem Anfänger kann das Banner dazu verleiten, kurz vor dem Ziel abrupt zu bremsen, die Ski querzustellen oder sich umzudrehen. Eine solche Reaktion verringert die Stabilität und kann den Rennläufer wie auch die Personen im Zielbereich gefährden. Kindern wird deshalb auch nicht empfohlen, den Oberkörper oder die Arme auffällig nach vorn zu werfen, um die Lichtschranke um einen Bruchteil früher auszulösen. In der Trainingspraxis haben ein flüssiges, ausgewogenes und sicheres Durchfahren Vorrang.
Typische Fehler
- Abbremsen noch vor der Ziellinie,
- Verwechslung des letzten Tores mit dem Ende der Strecke,
- plötzliches Bremsen direkt auf der Linie,
- Fahren außerhalb des Bereichs zwischen den Zielmarkierungen,
- Anhalten in der Auslaufspur des nächsten Rennläufers,
- Ski abschnallen oder im Zielbereich entgegen der Fahrtrichtung zurückgehen.
Blick des Trainers
Der Trainer soll bei der Besichtigung auf das letzte Tor, die Anfahrt ins Ziel, die tatsächliche Lage der Linie und den Ort zum sicheren Abbremsen hinweisen. Bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, die gesamte Abfolge als eine Bewegung zu üben: letztes Tor – Blick nach vorn – Durchfahren der Linie – kontrollierter Auslauf.
Aufgabe des Trainers ist es nicht, dem Kind ein spektakuläres „Hineinwerfen“ ins Ziel beizubringen, sondern das aktive Fahren bis hinter die Linie zu erhalten. Kommt es zu einem Sturz, zum Verlust eines Skis oder zu einer ungewöhnlichen Durchfahrt, liegt die Beurteilung der Gültigkeit des Ergebnisses bei den Schiedsrichtern und der Jury nach den für den jeweiligen Bewerb geltenden Regeln.
Quellen und weiterführende Lektüre
- FIS – Alpine Skiing Documents und ICR-Regeln
- FIS – Timing & Data, aktuelle Handbücher zur Zeitmessung
- FIS – Alpine Timing Booklet, Version 2.65
- U.S. Ski & Snowboard – 2026 Alpine Competition Guide
- U.S. Ski & Snowboard – 2026 Alpine Competition Guide, PDF
- U.S. Ski & Snowboard – Alpine Competition Officials Education Resources
- U.S. Ski & Snowboard – Alpine Guide, Bestimmungen zum Ziel und zur Ziellinie