Was ist ein Power Strap
Power Strap ist ein Band am oberen Rand des Schafts des Skischuhs. Meist wird es mit Klettverschluss geschlossen, manche Ausführungen haben auch einen elastischen Teil. Seine Aufgabe ist es, den oberen Teil von Schaft und Innenschuh an den Unterschenkel zu ziehen und die Wirkung der oberen Schnalle oder eines anderen Verschlusssystems zu ergänzen.
Hersteller verwenden unterschiedliche Bezeichnungen, Breiten und Konstruktionen. Bei Junior-Skischuhen kann es sich zum Beispiel um ein schmaleres elastisches Band handeln, während Sport- und Rennmodelle oft ein breiteres Band oder ein elastisches System haben, das so gestaltet ist, dass es den Verlauf des Vorwärtsflexens des Schafts beeinflusst. Es gilt daher nicht, dass jeder Power Strap gleich funktioniert.
Praktische Bedeutung
Ein richtig eingestelltes Band verringert den unerwünschten Spalt zwischen Unterschenkel, Zunge des Innenschuhs und Schaft. Der Skifahrer kann den Kontakt mit dem Schuh dadurch früher und gleichmäßiger wahrnehmen. Bei elastischen Bändern geben Hersteller auch ein progressiveres Flexen und Zurückfedern des Schafts an.
Der Power Strap ersetzt jedoch weder die richtige Größe noch die Form des Skischuhs. Er kann einen zu großen Schuh, eine lose Ferse, eine ungeeignete Schafthöhe oder falsch eingestellte Schnallen nicht zuverlässig beheben. Er gehört auch nicht zur Einstellung der Auslösewerte der Bindung und hat nichts mit dem DIN-Wert zu tun.
Wie man ihn einstellt
Die übliche Trainingspraxis ist, zuerst die Ferse richtig zu positionieren, die Zunge des Innenschuhs auszurichten und die Schnallen oder ein anderes Verschlusssystem passend zu schließen. Nach einigen Vorbeugebewegungen im Sprunggelenk wird der Power Strap so festgezogen, dass er eng anliegt, aber das natürliche Flexen des Skischuhs nicht behindert. Die genaue Reihenfolge kann von der Konstruktion des jeweiligen Modells abhängen, deshalb hat die Anleitung des Herstellers Vorrang.
Eine passende Einstellung hat keinen universellen Zahlenwert. Sie hängt vom Umfang des Unterschenkels, der Form des Schafts, der Härte des Schuhs, dem Typ des Bandes und den Fähigkeiten des Skifahrers ab. Nach dem Festziehen sollte der Skifahrer die Sprunggelenke und Knie kontrolliert beugen können, ohne dass ein deutlicher lokaler Druck auf den Unterschenkel entsteht.

Power Strap bei Kinderskischuhen
Bei einem Kind sollten die richtige Schuhgröße, der Komfort und die Möglichkeit, im Sprunggelenk passend zu arbeiten, entscheidend sein. Das Band wird nicht mit maximaler Kraft festgezogen, nur damit der Fuß fester wirkt. Ein zu starkes Festziehen kann dem Kind das Flexen des Schafts erschweren und unangenehmen Druck verursachen. Umgekehrt erfüllt ein völlig loses oder nicht geschlossenes Band seine Verschlussfunktion nicht.
Die Breite des Bandes allein bestimmt nicht, ob ein Skischuh geeignet ist. Die offiziellen Spezifikationen der Hersteller zeigen unterschiedliche Lösungen: Junior-Modelle können zum Beispiel ein 28 mm Band verwenden, während Sportmodelle ein 35 oder 45 mm Band verwenden. Das ist Teil der Gesamtkonstruktion des Schuhs und kein eigenständiger Leistungsindikator.
Der nachträgliche Einbau eines steiferen oder elastischen Bandes an einen Kinderskischuh sollte mit einem qualifizierten Bootfitter oder Servicetechniker besprochen werden. Eine Änderung kann das Gefühl beim Flexen des Schuhs beeinflussen und muss nicht dem Alter, der Kraft oder dem technischen Niveau des Kindes entsprechen.
Rennkontext und Blick des Trainers
Im sportlichen Skilauf achtet man vor allem auf die Wiederholbarkeit der Einstellung. Der linke und der rechte Skischuh sollten vergleichbar geschlossen sein, und das Band darf nicht verdreht, beschädigt oder außerhalb der vom Hersteller vorgesehenen Konstruktion geführt sein. Unterschiedlich starkes Festziehen kann das Gefühl des Kontakts mit dem Schaft verändern, auch wenn das Band allein weder die Technik noch die passend gewählte Härte des Skischuhs ersetzt.
Der Trainer kontrolliert bei einem jungen Skifahrer, ob das Kind eine ausbalancierte Haltung einnehmen und beide Skischuhe flüssig flexen kann. Muss das Band unverhältnismäßig stark angezogen werden, damit der Fuß hält, sollte die Größe des Schuhs, die Fersenposition, der Innenschuh und die Einstellung der Schnallen überprüft werden.
Zu den typischen Fehlern gehören die Verwendung des Bandes als Griff beim Tragen der Skischuhe, ungleichmäßiges Festziehen, eingeklemmte Kleidung unter dem Band, abgenutzter Klettverschluss und der Versuch, einen zu lockeren Schuh durch extremes Festziehen auszugleichen. Ein beschädigtes oder sich lösendes Band sollte vom Service überprüft werden; beim Austausch muss die Konstruktion und die Befestigungsart des jeweiligen Skischuhs beachtet werden.
Quellen und weiterführende Lektüre
- Salomon S/PRO ALPHA C BOA 100 – 35 mm Klettband
- Salomon S/PRO SUPRA DUAL BOA 115 – 45 mm Energyzer-Band
- Salomon T4 – Junior 28 mm Band
- Salomon S/PRO SUPRA C BOA 130 – flexibles Band und Kraftübertragung
- Atomic Redster Race Catalogue 2025/26 – technische Spezifikationen von Skischuhen
- Atomic Alpine Race Catalogue 2024/25 – technische Spezifikationen von Power-Straps