Was sind Skibrillen
Skibrillen sind eine Schutzausrüstung mit Rahmen, Sichtglas und verstellbarem Band, bestimmt für alpines Skifahren, Snowboarden und ähnliche Wintersportarten. Die Norm ISO 18527-1 umfasst den Schutz vor ultravioletter und sichtbarer Sonnenstrahlung, Regen, Schnee und Wind. Sie legt außerdem Anforderungen an Materialien, optische Eigenschaften, Prüfungen, Kennzeichnung und Herstellerinformationen fest.
Die Brille soll dem Skifahrer ermöglichen, die Schneeoberfläche, Unebenheiten, Hindernisse, Tore und die Bewegungen anderer Personen klar und ohne störende optische Verzerrungen zu sehen. Sie ersetzt weder Helm noch Gesichtsschutz und bietet keine Garantie für Schutz bei jedem Aufprall.
Sichtglas und Lichtverhältnisse
Bei der Wahl des Sichtglases ist die technische Spezifikation wichtiger als die Farbe selbst. Der Hersteller kann die Lichtdurchlässigkeit angeben, oft unter der Abkürzung VLT. Eine höhere Durchlässigkeit wird meist bei Nebel, Schneefall und schwachem Licht verwendet, eine niedrigere bei intensiver Sonne. Ein einziges universelles Sichtglas ist daher immer ein Kompromiss.
Der Schutz vor UV-Strahlung sollte anhand der Kennzeichnung und der Herstellerdokumentation überprüft werden; das dunkle Aussehen des Sichtglases ist für sich genommen keine technische Angabe zum UV-Schutz. Auf Schnee ist der Augenschutz besonders wichtig, da zur direkten Strahlung deren Reflexion von der Oberfläche hinzukommt. Eine starke UVB-Exposition kann eine Fotokeratitis verursachen, auch bekannt als Schneeblindheit.
Wie die Brille dem Kind sitzen soll
Kinderbrillen dürfen nicht einfach nur eine verkleinerte Wahl nach der Altersangabe auf der Verpackung sein. Entscheidend sind Gesichtsform, Nasenbreite, Rahmengröße und der konkrete Helm. Beim Anprobieren sollte geprüft werden, ob:

- der Rahmen gleichmäßig aufliegt, ohne schmerzhaften Druck auf Nase und Wangen,
- das Sichtglas den Blick nach den Seiten und nach unten nicht einschränkt,
- das Kind frei durch die Nase atmen kann,
- die Brille mit aufgesetztem Helm nicht verrutscht,
- zwischen oberer Kante der Brille und Helm keine deutliche offene Lücke entsteht,
- das Band die Brille ohne übermäßiges Festziehen hält.
Die rechtlichen Anforderungen der EU an persönliche Schutzausrüstung verlangen unter anderem die Minimierung der Einschränkung des Sichtfelds, angemessene optische Neutralität und eine Lösung gegen Beschlagen, wo nötig. Als persönliche Schutzausrüstung in der EU verkaufte Brillen sollen die CE-Kennzeichnung und die Herstellerinformationen tragen. Die CE-Kennzeichnung bestätigt jedoch nicht, dass ein bestimmtes Modell einem bestimmten Kind richtig passt.
Ein Kind, das eine Brille mit Sehstärke trägt, braucht ein ausdrücklich für die Verwendung über der Brille bestimmtes Modell oder ein System mit optischem Einsatz. Es reicht nicht, die Brille gewaltsam unter einen beliebigen Rahmen zu stecken; Druck kann Komfort, Belüftung und Stabilität verschlechtern. Die Norm ISO 18527-1 berücksichtigt auch Skibrillen mit Einsatz für Korrekturgläser.
Beschlagen und Pflege
Beschlagen wird durch Feuchtigkeit, Schnee in den Lüftungsöffnungen, eine ungeeignete Verbindung von Brille und Helm oder eine verschwitzte Haube unter dem Rahmen begünstigt. In der Trainingspraxis macht es Sinn, zuerst den Sitz anzupassen, den Schnee aus der Belüftung zu entfernen und die Brille trocknen zu lassen. Das Visier soll nach den Anweisungen des Herstellers gereinigt und getrocknet werden, da seine Innenseite eine empfindliche Beschichtung gegen Beschlagen haben kann.
Rennen und Blick des Trainers
FIS veröffentlichte die Spezifikationen für alpine Wettkampfausrüstung für die Saison 2026/27 mit Gültigkeit ab Juli 2026; bei Rennen entscheidet daher das aktuelle Dokument für die jeweilige Saison und das Reglement des Veranstalters. Im FIS-Wortlaut für die Saison 2025/26 wurden Skibrillen als Mittel beschrieben, das die Augen vor Wetter und Strahlung schützt, und ihre Verwendung wurde empfohlen; verboten war eine Formänderung mit dem Ziel, einen aerodynamischen Vorteil zu erlangen.
Der Trainer prüft vor der Fahrt vor allem freie Sicht, den festen Sitz der Brille mit dem Helm und die Eignung des Visiers für das aktuelle Licht. Bei jüngeren Kindern ist es wichtig, ihnen rechtzeitig beizubringen zu sagen, dass sie Unebenheiten nicht sehen oder dass ihre Brille beschlägt. Ein typischer Fehler ist, die Brille nur nach dem Aussehen zu beurteilen, die Größe „auf Vorrat“ zu kaufen oder das Visier erst dann zu wechseln, wenn das Kind während der Fahrt das Gelände kaum noch erkennt.
Quellen und weiterführende Lektüre
- ISO 18527-1:2021 – Eye and face protection for sports use: downhill skiing and snowboarding goggles
- ISO/TC 94/SC 6 – Eye and face protection
- FIS – Event Marketing und aktuelle Spezifikationen der Wettkampfausrüstung 2026/27
- FIS – Specifications for Alpine Competition Equipment 2025/2026
- Europäische Union – konsolidierte Verordnung (EU) 2016/425 über persönliche Schutzausrüstung
- CDC Yellow Book – Sun Exposure in Travelers
- CDC – Preventing Vision Loss