Was ist Free Skiing

Free skiing, auf Deutsch am häufigsten freies Skifahren oder freies Fahren, ist das Fahren ohne gesteckte Slalom- oder Riesenslalomstange. Der Skifahrer bewegt sich im gewählten Gelände und kann natürlich fahren oder eine bestimmte technische Aufgabe erfüllen. Im alpinen Wettkampftraining wird Free Skiing zum Einfahren, zum Üben grundlegender Bewegungsfertigkeiten, für technische Übungen, zur Beobachtung des Fahrers und auch zur Übertragung der gelernten Bewegung in die Stangen verwendet.

Der Begriff bedeutet weder Fahren ohne Regeln noch automatisch Skifahren abseits der Pisten. Ebenso sollte man ihn nicht mit der Bezeichnung Freeski, verwechseln, die im internationalen Sportumfeld für eine andere Gruppe von Disziplinen verwendet wird, zum Beispiel Slopestyle, Halfpipe und Big Air. In diesem Eintrag geht es um Free Skiing im Kontext des Trainings eines alpinen Skifahrers.

Bedeutung für Technik und Wettkampf

Methodische Materialien von U.S. Ski & Snowboard ordnen das freie Skifahren zusammen mit der Entwicklung grundlegender Fertigkeiten zu den Pfeilern der langfristigen Athletenentwicklung. Das Programm SkillsQuest weist zugleich darauf hin, dass das Bild von den Fähigkeiten eines jungen Skifahrers nicht nur durch das Rennergebnis entstehen soll. Wichtig ist auch, wie er die Ski in verschiedenen Aufgaben, Geländen und Schneeverhältnissen beherrscht.

Beim Free Skiing kann der Trainer vor allem beobachten:

  • Gleichgewicht und Grundposition,
  • Führen und Belasten des Außenskis,
  • selbstständige Arbeit der Beine,
  • Rumpfstabilität,
  • Kanten setzen und Druck regulieren,
  • Form, Rhythmus und Radius der Schwünge,
  • die Fähigkeit, Geschwindigkeit und Richtung zu verändern,
  • Anpassung an Hangneigung, Oberfläche und Raum.

Freies Fahren ermöglicht es, eine Fähigkeit ohne Zeitdruck und ohne die Notwendigkeit zu isolieren, auf fest gesteckte Tore zu reagieren. Später soll die verbesserte Bewegung in den Übungskurs und schließlich in die Rennfahrt übertragen werden. Allein eine große Zahl freier Kilometer garantiert jedoch keine technische Verbesserung. Entscheidend sind die Qualität der Ausführung, eine passende Aufgabe und Feedback.

Freies Skiing bei Kindern

Bei jüngeren Kindern soll freies Skifahren eine breite motorische Grundlage und Sicherheit auf den Skiern fördern. Geeignet sind kurze, verständliche Aufgaben, Rhythmus- und Radiuswechsel, Fahren in verschiedenen Spuren, sichere Geländewellen oder Gleichgewichtsübungen. Der Schwierigkeitsgrad muss dem Alter, dem technischen Niveau, der Ermüdung, der Sicht, dem Zustand der Piste und der Organisation der Gruppe entsprechen.

Free skiing – technische Illustration Ski Loko

Die Trainingspraxis hat nicht die Form eines universellen Verhältnisses zwischen freier Fahrt und Torlauf. Der benötigte Umfang hängt vom Entwicklungsstand, vom Ziel der Trainingsperiode und von den Bedürfnissen des jeweiligen Kindes ab. Ein Anfänger braucht vor allem eine sichere Kontrolle von Richtung und Geschwindigkeit. Ein erfahrener Rennläufer kann in der freien Fahrt gezielt feine technische Details oder Bewegungen für Slalom, Riesenslalom und Speed-Disziplinen bearbeiten.

Typische Missverständnisse

Ein häufiger Fehler ist es, free skiing nur als zielloses Einfahren oder als Pause vom „eigentlichen“ Training zu verstehen. Das Gegenextrem ist, jede Fahrt in eine Serie komplexer Übungen zu verwandeln und das Kind mit Anweisungen zu überladen. Ungeeignet ist auch hohes Tempo ohne klare Aufgabe, das Fahren der ganzen Gruppe dicht hintereinander oder die Wahl eines Geländes, das die Fähigkeiten des schwächsten Mitglieds übersteigt.

Freies Fahren darf die Sicherheitsorganisation des Trainings nicht ersetzen. Der Trainer bestimmt Raum, Halteplatz, Reihenfolge und Abstände und berücksichtigt laufend den Betrieb auf der Piste. Bei Wettkämpfen ist free skiing von der offiziellen Streckenbesichtigung und vom offiziellen Training zu unterscheiden; ihr Regime wird durch die Regeln der jeweiligen Veranstaltung und die aktuellen FIS-Bestimmungen festgelegt.

Sicht des Trainers

Gut vorbereitetes free skiing hat ein konkretes, aber einfaches Ziel. Der Trainer kann Gelände, Geschwindigkeit, Kurvenradius oder Bewegungsaufgabe verändern und beobachten, ob der Skifahrer die Fähigkeit auch ohne ständige Anleitung anwenden kann. Wichtig ist nicht nur die Genauigkeit der Bewegung, sondern auch Selbstständigkeit, Raumbewusstsein und die Fähigkeit, die Fahrt an die aktuellen Bedingungen anzupassen.

Für einen Kinderrennläufer ist free skiing daher nicht das Gegenteil von Renntraining. Es ist eines der Mittel, mit denen ein Skifahrer aufgebaut wird, der einen Torlauf technisch, sicher und mit größerer Bewegungsreserve bewältigen kann.

Quellen und weiterführende Lektüre

  1. FIS – Alpine Documents: aktuelle Regeln und offizielle Dokumente des alpinen Skisports
  2. U.S. Ski & Snowboard – SkillsQuest
  3. U.S. Ski & Snowboard – Alpine Training System
  4. U.S. Ski & Snowboard – Alpine Program Information, 2018 Alpine Competition Guide
  5. U.S. Ski & Snowboard – Alpine Ski Fundamentals, Level 100 Instructor Manual
  6. U.S. Ski & Snowboard – Men's Tech Reboots at Mt. Hood
  7. U.S. Ski & Snowboard – 2024 Alpine Guide
  8. U.S. Ski & Snowboard – Freeski and Snowboard Level 300 Coach Course