Was ist Trainingsumfang

Trainingsumfang ist die Menge an Trainingsarbeit, die in einer Einheit oder über einen bestimmten Zeitraum geleistet wirdzum Beispiel pro Tag, Woche, Mesozyklus oder Saison. Er beantwortet vor allem die Frage wie viel trainiert wurde, nicht wie schwer, wirksam oder hochwertig das Training war.

Der Umfang ist eine der grundlegenden Größen bei der Trainingsplanung, darf aber nicht mit der gesamten Trainingsbelastung verwechselt werden. Die moderne Sportmethodik unterscheidet vor allem:

  • äußere Belastung – die Arbeit, die der Sportler geleistet hat, zum Beispiel Skizeit, Anzahl der Fahrten oder Wiederholungen,
  • innere Belastung – die individuelle körperliche und psychische Reaktion auf diese Arbeit, zum Beispiel empfundene Anstrengung, Herzfrequenz oder Ermüdung.

Zwei Skifahrer können also denselben Umfang absolvieren, ihn aber sehr unterschiedlich verkraften. Dieselben zehn Fahrten können für den einen ein leichtes Techniktraining und für den anderen eine sehr anspruchsvolle Belastung sein.

Wie wird der Umfang im Skifahren gemessen

Die Einheit des Umfangs muss zum Trainingsinhalt passen. Im alpinen Skilauf kann man zum Beispiel verfolgen:

  • Anzahl der Trainingstage und Einheiten,
  • Gesamt- oder aktive Zeit auf dem Schnee,
  • Anzahl der Fahrten, Schwünge oder gefahrenen Tore,
  • bewältigte Aufstiegs- oder Abfahrtsmeter,
  • Zeit im freien Skifahren, in technischen Übungen und im Torlauf,
  • Anzahl der Starts oder Trainingsversuche.

Im Konditionstraining wird der Umfang zum Beispiel durch Zeit und Distanz bei Ausdaueraktivitäten, durch die Anzahl der Sätze und Wiederholungen beim Krafttraining oder durch die Anzahl der Sprünge und Versuche bei Koordinationsübungen angegeben.

Die bloße Angabe „drei Stunden am Hang“ ist ungenau. Sie kann die Liftfahrt, das Warten am Start, den Streckenumbau und auch die Videoanalyse umfassen. Für den Trainer ist es hilfreicher, die aktive Zeit, die Anzahl der hochwertigen Fahrten und die Art der geleisteten Arbeit festzuhalten. Auch die Anzahl der Fahrten ist jedoch nicht perfekt vergleichbar, wenn sie unterschiedliche Länge, Gelände, Torabstände oder Intensität hatten.

Umfang, Intensität und Qualität

Der Umfang muss zusammen mit der Intensitätbetrachtet werden. Längeres freies Skifahren in leichtem Gelände setzt einen anderen Reiz als ein kurzes Slalomtraining mit hoher Geschwindigkeit. Steigern sich gleichzeitig sowohl Menge als auch Schwierigkeit der Arbeit deutlich, kann ein Sportler einen größeren Reiz erhalten, als er verkraften kann.

Eine praktische Schätzung der Gesamtbelastung kann die Verbindung aus Dauer der Einheit mit der subjektiven Einschätzung ihrer Anstrengung sein, bekannt als session-RPE. Das Ergebnis ist jedoch keine reine Umfangsangabe: Es enthält auch, wie anstrengend der Sportler das Training empfunden hat. Bei Kindern muss die Skala einfach erklärt werden, und Antworten dürfen nicht als alleinige Grundlage für Entscheidungen verwendet werden.

Trainingsumfang – technische Illustration Ski Loko

Fachliche Konsensdokumente weisen darauf hin, dass Belastung im Zusammenhang betrachtet werden muss. Eine einzelne Angabe kann weder die Bereitschaft des Sportlers zuverlässig bestimmen noch eine Verletzung vorhersagen. Bedeutung haben auch das vorherige Training, der Gesundheitszustand, Wachstum und Reifung, Schlaf, Regeneration, schulische Pflichten, Reisen und psychische Belastung.

Trainingsumfang bei Kindern

Für das Skifahren von Kindern gibt es keine einzige richtige Zahl, die für alle gilt. Nationale Systeme zur langfristigen Entwicklung von Skifahrern geben zwar Orientierungsbereiche für Trainingstage, Einheiten oder das Verhältnis von Training und Wettkämpfen an, es handelt sich jedoch um Rahmen, die an ein konkretes System gebunden sind. Sie sind keine universelle individuelle Vorschrift.

Bei der Bestimmung des Umfangs sind vor allem zu berücksichtigen:

  • biologische und motorische Entwicklung des Kindes,
  • Trainingsalter und technisches Niveau,
  • die Fähigkeit, Aufmerksamkeit und Bewegungsqualität aufrechtzuerhalten,
  • vorherige Belastung und Regeneration,
  • Bedingungen am Hang und Trainingscharakter,
  • andere Sportarten, Sportunterricht, Schule und Reisen,
  • gesundheitliche Probleme und Phasen beschleunigten Wachstums.

Ein jüngerer Skifahrer braucht genügend Wiederholungen, um Bewegungserfahrungen zu sammeln, doch ein großer Teil des Umfangs sollte aus abwechslungsreichem Skifahren, Spielen und der Entwicklung grundlegender motorischer Fähigkeiten bestehen. Das bloße mechanische Hinzufügen weiterer Fahrten im Torlauf muss nicht zu besserem Lernen führen. Wenn Ermüdung zu wiederholtem Zusammenbrechen der Haltung, verzögerten Reaktionen oder Kontrollverlust führt, kann zusätzlicher Umfang lediglich fehlerhafte Bewegungen festigen.

Der Umfang soll angemessen und langfristig gesteigert werden, nicht sprunghaft aufgrund des Ergebnisses der nächsten Wettkämpfe. Während des Wachstums können sich Koordination, Beweglichkeit und Belastungsverträglichkeit vorübergehend verändern, daher dürfen Kinder gleichen Kalenderalters nicht automatisch gleich belastet werden.

Typische Missverständnisse

  • Mehr Stunden bedeuten besseres Training. Ohne angemessene Intensität, Ziel und Qualität kann es sich nur um einen längeren Aufenthalt am Hang handeln.
  • Volumen sind nur Fahrten in den Toren. Zur Entwicklung eines Skifahrers gehören auch freies Skifahren, technische Übungen, Konditionstraining und weitere sportliche Aktivitäten.
  • Wettkämpfe ersetzen das Trainingsvolumen. Der Wettkampf bietet eine spezifische Erfahrung, bietet aber in der Regel nur wenige Wiederholungen und wenig Raum, die Technik zu verbessern.
  • Das gleiche Programm ist für alle fair. Dasselbe äußere Volumen kann unterschiedliche innere Reaktionen auslösen.
  • Ein einziger Wert deckt Überlastung auf. Anzahl der Tage, Stunden oder Fahrten sollte zusammen mit Müdigkeit, Schmerzen, Gesundheit, Stimmung, Schlaf und Bewegungsqualität beurteilt werden.

Blick des Trainers

Der Trainer sollte schon vor der Trainingsperiode festlegen, was er unter dem Begriff Volumen beobachten will. Bei einer Kindergruppe genügen oft einige einfache Angaben: aktive Zeit, Trainingsart, Anzahl guter Fahrten und eine kurze Information über die Belastung oder Müdigkeit. Die Aufzeichnung soll helfen, den Plan mit der tatsächlich geleisteten Arbeit zu vergleichen, nicht einen Wettbewerb um die Zahl der Stunden zu schaffen.

Wichtig ist nicht der Versuch, möglichst viel Volumen zu erreichen, sondern eine angemessene Menge an qualitativ hochwertigen Wiederholungen, die das Kind sicher, technisch sinnvoll und mit ausreichender Regeneration bewältigen kann. Tritt Schmerz, Krankheit, ungewöhnliche Müdigkeit oder ein deutlicher Rückgang der Koordination auf, gehört die Anpassung des Trainings in die Hände des Trainers und je nach Situation eines medizinischen Fachpersonals.

Quellen und weitere Lektüre

  1. Bourdon et al.: Monitoring Athlete Training Loads – Consensus Statement
  2. International Olympic Committee: How Much Is Too Much? Load in Sport and Risk of Injury
  3. McLaren et al.: Monitoring Internal and External Loads in Adolescent Athletes – Systematic Review
  4. U.S. Ski & Snowboard: Alpine Training Systems
  5. U.S. Ski & Snowboard: Alpine Training System
  6. U.S. Ski & Snowboard: Athlete Performance Profile
  7. Alpine Canada: Long-Term Athlete Development – Reference Materials