Apex des Schwungs ist in der üblichen Skiterminologie der Punkt, an dem die Ski während des Schwungs zur Falllinie zeigen, also gerade den Hang hinunter. In der Praxis spricht man oft auch von der Apex-Zone, weil der eigentliche Schwung keine perfekte geometrische Form ist und sich die Skirichtung fließend verändert, nicht sprungartig in einem einzigen Moment. So definiert auch die Methodik von U.S. Ski & Snowboard den Apex.

Was der Apex zeigt

Vor dem Apex führt der Skifahrer die Ski immer stärker in Richtung Falllinie. Nach dem Passieren dreht er sie von der Falllinie weg und fährt je nach Absicht weiter quer zum Hang oder geht in den nächsten Schwung über. Der Apex teilt den Schwung daher in zwei leicht beobachtbare Teile und hilft, seine Form, Flüssigkeit und das Timing der Bewegungen zu beurteilen.

Der Apex ist jedoch nicht automatisch der Ort des größten Drucks, der stärksten Kantenlage, der größten Körperneigung oder der höchsten Geschwindigkeit. Diese Maxima können vor ihm, bei ihm oder nach ihm liegen. Sie hängen von Hangneigung und Geländeform, Geschwindigkeit, Schwungradius, Schneeart, dem Gleiten oder Carven und der gewählten Linie ab. Die Forschung im Rennski bewertet deshalb den Verlauf des gesamten Schwungs und nicht nur eine einzige Position des Skifahrers.

Praktische Bedeutung

Wenn die Ski die Falllinie passieren, ist die Fahrtrichtung am stärksten nach unten gerichtet. Der Skifahrer muss daher die Schwungform aufbauen und die Geschwindigkeit schon vor dem Apex regulieren, nicht erst danach abrupt zu drehen beginnen. Bei einem flüssigen Schwung entwickeln sich Kantenwechsel, Belastung der Ski und Richtungsänderung je nach Situation Schritt für Schritt.

Die Stütze entsteht bei den meisten dynamischen parallelen Schwüngen vor allem am äußeren Ski. Das bedeutet jedoch nicht, dass ein Kind im Apex zwanghaft das äußere Bein strecken, den inneren Ski anheben oder die extreme Neigung eines Rennläufers nachahmen soll. Die Körperposition ist das Ergebnis von Geschwindigkeit, Schwungform und wirkenden Kräften. Je höher die Geschwindigkeit und je kleiner der Radius, desto anspruchsvoller ist es, das Gleichgewicht zu halten und die Belastung der Ski sicher zu bewältigen.

Apex in der Rennlinie

Im Riesentorlauf ist der Apex nicht gleichbedeutend mit dem Tor. Es ist ein Punkt auf der Trajektorie des Skifahrers, während das Tor ein räumliches Orientierungs- und Reglementelement der Strecke ist. Die Lage des Apex in Bezug auf das Tor beeinflusst die Einfahrt in den nächsten Schwung. Wenn der Skifahrer einen wesentlichen Teil der Richtungsänderung zu spät ausführt, kann er unter dem Tor zu stark kanten, rutschen oder in ein sogenanntes eingehaktes Schwungende geraten. Eine zu frühe Richtungsänderung kann wiederum zu einer ungünstigen Linie oder zu Raumverlust am Tor führen.

Apex des Schwungs – technische Illustration von Ski Loko

Begriffe früher Apex und später Apex haben nur in Bezug auf ein konkretes Tor, eine Geländestelle oder einen Trainingskorridor Sinn. Es gibt keine einzige ideale Position, die für jede Strecke gilt. Selbst die kürzeste und direkteste Linie muss nicht die energetisch oder zeitlich günstigste sein.

U.S. Ski & Snowboard verwendet beim Erlernen der Schwungform zwei Bürsten oder Tore, zwischen denen der Skifahrer einen flüssigen Apex ausführen soll. Ziel ist nicht, einen einzelnen Punkt zu treffen, sondern einen zusammenhängenden Schwung ohne doppeltes Einlenken und ohne zusätzliches abruptes Kanten am Ausgang zu erzeugen. Es ist eine Trainingshilfe, keine universelle Streckenvorlage.

Den Begriff Kindern erklären

Für jüngere Kinder reicht meist eine einfache Erklärung: Der Apex ist der Punkt, an dem die Skispitzen kurz talwärts zeigen. Auf sanftem, übersichtlichem Gelände kann man eine farbige Markierung, einen Pinsel oder einen breiten Korridor verwenden. Die Aufgabe soll zu einem flüssigen Schwung und zur Geschwindigkeitskontrolle führen, nicht dazu, große Schräglage oder hohen Druck zu erzwingen.

Mit steigender Leistungsstufe kann der Trainer darauf achten, ob das Kind:

  • früh und ohne abruptes Verdrehen der Ski die Richtung ändert,
  • den Apex im Gleichgewicht passiert,
  • auf dem Außenski eine brauchbare Stütze hat,
  • nach der Falllinie den Schwung fließend zu Ende fährt,
  • die Position des Apex an Gelände und das nächste Tor anpassen kann.

Häufige Missverständnisse

Der häufigste Fehler ist die Vorstellung, dass ein Skifahrer im Apex eine bestimmte, starre Position einnehmen muss. Skifahren ist eine fortlaufende Bewegung, und der Apex ist vor allem ein Orientierungspunkt auf der Fahrbahn. Ebenso ungenau ist es, ihn mit dem maximalen Druck oder mit der Stelle der Torpassage gleichzusetzen.

Der Trainer sollte deshalb nicht nur ein Foto aus dem Apex bewerten. Wichtiger ist es, den gesamten Verlauf des Schwungs zu beobachten: Anfahrt, allmählicher Kantenaufbau und Stütze, Richtung der Ski in der Falllinie, das Ausfahren des Schwungs und das Einleiten der nächsten Richtungsänderung.

Quellen und weiterführende Lektüre

  1. U.S. Ski & Snowboard – Level 100 Alpine Manual
  2. U.S. Ski & Snowboard – Turn Shape (Apex Drill)
  3. U.S. Ski & Snowboard – Alpine Coaching Dictionary
  4. U.S. Ski & Snowboard – The Turn Model
  5. Gilgien et al. – Recent Kinematic and Kinetic Advances in Olympic Alpine Skiing
  6. Fasel et al. – A Comprehensive Comparison and Validation of Published Methods to Detect Turn Switch during Alpine Skiing
  7. Kröll et al. – Sidecut Radius and the Mechanics of Turning
  8. Supej – Differential Specific Mechanical Energy as a Quality Parameter in Racing Alpine Skiing
  9. Spörri et al. – Turn Characteristics of a Top World Class Athlete in Giant Slalom
  10. Dynamics of Carving Runs in Alpine Skiing: The Basic Centrifugal Pendulum